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  • Betty Bizarre

Eine Mutter namens Rosalia

Ich, Rosalia, 46 Jahre alt- mit italienischen Wurzeln, wuchs wohlbehütet in einem 3 Generationenhaus auf. Eine absolute Vorzeigefamilie. Ich wuchs, als Nesthäkchen, mit 2 Brüdern auf. Meine Kindheit unauffällig- ich war kontaktfreudig und zurückhaltend. In der Schule schlug ich mich durch. Mit 16 begann ich eine Ausbildung zur Bürokauffrau bei der Stadt und lernte früh meinen Mann Markus kennen. Meine Familie schloss ihn gleich ins Herz. Als ich und Markus mit 18 Jahren die Idee hatten, uns eine eigene Wohnung zu suchen, kam das Angebot von meinen Eltern ein Apartement in meinem Elternhaus zu beziehen. Meine Eltern setzten uns unter Druck:

Mit 20 waren wir schon verheiratet-natürlich wurde dann die Hochzeit organisiert.

Markus Eltern waren nicht so begeistert, was das Thema Hochzeit anging. Durch die Beeinflussung seiner Eltern wäre die Hochzeit fast geplatzt- hätten meine Eltern nicht dagegen gesteuert!

Der Traum vom: Bis der Tod Euch scheidet und der Ewigkeit!

Wenn man jung ist, dann ist man naiv und glaubt an den Traum von der Ewigkeit. Mit 20 Jahren hat man sich selbst noch nicht gefunden und schnell hat man uns den Kinderwunsch nahegelegt.

Meine Eltern: Wir hatten auch unser erstes Kind mit 21!

Wie beeinflussbar man doch ist. Wir bekamen 3 wunderschöne gesunde Söhne und malten uns unsere Zukunft aus. Wie wunderschön es sein muss, unsere Kinder aufwachsen zu sehen und natürlich war ich Hausfrau mit Leib und Seele und hatte mir 3 Jahre Erziehungsurlaub genommen.

Nach dem 3. Kind drehte sich mein Mann um 180Grad. Er war mit nichts zufrieden. Zuneigung war Vergangenheit ( ganz zu schweigen vom Sex). Es ist das passiert, was wir niemals wollten: Der Alltag hatte uns eingeholt!

Ich habe nach Liebe gebettelt

Ich habe nach Liebe gebettelt. Ich war, trotz der 3 Geburten, schlank und recht attraktiv. Jedoch hat es Markus verstanden, mir sämtliches Selbstwertgefühl zu rauben. Ich liebte meine Kinder und war trotzdem unendlich traurig. Durch die Dominanz meiner Eltern war ich zu einem Ja-Sager mutiert und hatte nicht einfach das Handtuch in der Ehe zu werfen....so etwas schickt sich nicht!

Der frühe Tod meines Vaters und die Frage: Warum gehen die besten zu früh?

Wenn man jung ist, dann ist der Tod weit entfernt und natürlich kommen einem Menschen um die 50 wesentlich Älter vor, als mit 30. Mein Vater erkrankte an Krebs. Mein Vater war mein Held und hat sich, aus Liebe immer meiner Mutter, immer gefügt. Ich kann mich sehr gut an meine frühe Kindheit erinnern. Mein Vater hatte immer die Ruhe weg, im Gegensatz zu meiner Mutter.

Als mein Vater merkte, dass es langsam zu Ende geht, wollte er mir was gutes tun und vererbte mir ein kleines Häuschen. Er wollte nicht, dass ich durch einen Erbstreit irgendwann mit den Kindern das Haus verlassen muss. Da ich immer auf Sicherheit bedacht war, liess ich meinen Mann mit ins Grundbuch eintragen...damit er sich im Falle meines Todes nicht mit der Familie ums Erbe streiten muss.

Im Jahre 2000 verstarben 2 wichtige Menschen in meinem Leben. Erst mal meine geliebte Oma- der Fels in der Brandung. 6 Monate später mein Vater. Wir hatten unsere Kinderplanung abgeschlossen und dennoch war ich schwanger. Ich verlor, durch die ganze Aufregung mein Kind in der 17. Woche. Ich wurde abends ins Klinikum eingeliefert und operiert. Ich wachte am spätem Abend alleine auf der Wöchnerinnenstation auf. Mein Mann war weg. Der Arzt erklärte mir, dass mein Mann nach Hause gefahren ist, um sich auszuruhen. Ich konnte es nicht fassen!! Er hat mich einfach zurück gelassen mit all der ganzen Traurigkeit!!! Das war der Moment, als ich realisiert habe, dass ich ihm nichts wert bin! Ich verliess die Klinik auf eigenes Risiko und fuhr mit dem Taxi nach Hause. Angekommen, zog ich sofort ins Gästezimmer. Er regte sich nur auf, dass ich ihn mitten in der Nacht aus dem Bett geklingelt hatte. Der Rest war ihm egal und ich denke, dass er gedacht hat, dass ich einfach nur aus einer Laune aus dem Schlafzimmer ausgezogen bin. Mir war klar, dass es eine Laune sein könnte und gab mir darum 3 Monate Zeit, um zu schauen ob es nur eine Laune der Natur ist, oder es kein zurück gibt.

Warum hat man mich so behandelt?

Er wurde immer unverschämter und sagte mir, dass ich ihn sowieso niemals verlassen würde. Ich habe ihn einfach nicht mehr um mich herum ertragen. Meine Kinder taten mir leid. Ich fragte mich, ob ich die Ehe wegen meiner Kinder durchziehen möchte. Die Antwort war nein! Ich wäre irgendwann depressiv geworden. Mein Mann zog aus. Wir reichten die Scheidung ein und mein Freundeskreis, der mich immer bestärkte hatte meinen Mann zu verlassen, fiel mir in den Rücken oder sie zogen sich zurück. Meine Familie sagte erst einmal nichts zum Szenario. Nun lernte ich einen neuen Mann kennen und irgendwie wurde es meinem Mann und der Familie langsam klar, dass ich es ernst meinte! Meine Familie besorgte ihm einen Anwalt "der über Leichen geht"!

Nun passierte das, was in Deutschland normalerweise nicht möglich ist.

Ich rutschte durch´s Sozialsystem. Bis zur Scheidung zahlte mein Mann keinen Unterhalt mehr. Ich hatte 3 Jahre Erziehungsurlaub eingetragen- hatte keinen Anspruch auf eine Stelle, bevor die 3 Jahre abgelaufen waren und konnte auch keine andere Arbeitsstelle annehmen, da ich ja in einem ruhenden Arbeitsverhältnis bei der Stadt war.

Ich hatte Hauseigentum-durch das Vermögen hatte ich keine Ansprüche auf Sozialleistungen! Ich konnte das Hause weder verkaufen, noch vermieten, da mein Mann mit im Grundbuch stand! Eine Trennungserklärung hätte minimum 1 Jahr gedauert!

Warum Hat mir niemand geholfen?

Mein Mann und der Anwalt hatten damit gerechnet, dass ich zurück kommen würde. Denn so konnte ich nun meine Kinder nicht mehr ernähren und das Jugendamt machte Druck! Ich packte es nicht und das Jugendamt entschied, dass die Kinder besser bei meinem Mann aufgehoben sind. Ich verliess mein Elternhaus. Denn ich wollte ihnen nicht noch das zu Hause nehmen. Ich werde niemals den Tag vergessen, an dem ich gehen musste. Es hat mir mein Herz zerrissen.

Meine Mutter empfing meinen Mann: Herzlich willkommen zu Hause, Markus. Ich konnte es nicht fassen!

Ich dachte an Selbstmord: Meine Familie hatte mich boykottiert!

Man lässt sich in unserer Familie nicht einfach scheiden. Ich war nun das schwarze Schaf! Ich wurde in unserem kleinen Dorf angefeindet...beschimpft. Mein Mann terrorisierte mich am Telefon und tauchte des öfteren mit unseren Kindern ab, ohne das ich wusste wo sie sind. Ich starb Stück für Stück...entwickelte Krampfanfälle. Irgendwann kam ich zu der Erkenntnis, dass ich mir ein neues Leben aufbauen musste. Ich musste stark sein. Bekam meinen Job zurück, machte den Motorradführerschein und versuchte meiner Familie zu verzeihen, was geschehen war. Ich hatte auch wieder mehr und mehr Kontakt zu den Kindern. Ich verbrachte viel Zeit mit meinem Kindern. Sie besuchten mich oft, wir fuhren in den Urlaub und alles entwickelte sich in die richtige Richtung. Wir hatten ein sehr tolles, freundschaftliches Verhältnis....so schien es mir. Ich hatte meinen Frieden gefunden.

Der Anruf und die Frage nach dem Warum

Dann kam der Tag, dass ich per Zufall ein Gespräch zwischen meiner Mutter und einer anderen Person mitbekam. Augenscheinlich hatte meine Mutter ihr Mobiltelefon falsch bedienst, so das ich das nicht für mich gedachte Gespräch mit anhören musste. Sie unterhielt sich mit jemanden über mich und ich war live am Telefon. Sie sprach in den schlimmsten Tönen über mich. Ich war unendlich verletzt.

Ich realisierte nun, dass das falsche Spiel meiner Familie kein Ende hatte. Es ging einfach weiter...hinter meinem Rücken. Ich konnte es nicht noch einmal verzeihen. Ich brach mit meiner Familie, um meinen Frieden zu finden und meine Wunden zu heilen.

Die Rache folgte:

Man erzählte meinen Kindern schlimme, unwahre Geschichten über mich und verdrehte alles. Da sie sind genauso beeinflussbar wie ich, als ich Anfang 20 war, brachen sie den Kontakt zu mir ab. Ich habe sie ein zweites Mal, dank meiner Familie verloren.

Habe ich Rachegelüste???

Habe ich nicht! Aber ich glaube, dass jeder das bekommt, was er verdient hat. Die ganze Geschichte in jungen Jahren hat mich gestärkt und ich habe, Gott sei Dank, ganz viele tolle Menschen um mich herum, die mich stark machen und mich zum lachen bringen und einen tollen Partner, der mich mit Respekt behandelt und mich glücklich macht.....aber vergessen werde ich nie.







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