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  • Betty Bizarre

Interview mit einer Domina

Interview mit einer Domina

LIEBE LEONIA! ICH BIN SCHON GANZ NEUGIERIG, WAS HEUTE UNSER INTERVIEW BETRIFFT. DU BIST SEIT 15 JAHREN DOMINA. WIE KOMMT MAN DARAUF DOMINA ZU WERDEN?


Es war niemals mein Plan. Ich hatte mich getrennt und meine Beziehung beendet und brauchte Geld. Jedoch dachte ich an einen ganz normalen Job. In der City traf ich die Schwester meiner verstorbenen Freundin. Sie hat mich zum Kaffee am Nachmittag eingeladen und ich habe mir dabei nichts gedacht. Das Haus sah unscheinbar aus. Ein Wohnhaus im Industriegebiet. Sie öffnete mir die Türe und ich stand mitten im Dominastudio. Ich war natürlich geflasht, neugierig und habe mich umgeschaut. Meine Gefühlswelt war eine Mischung aus Neugierde und einem kalten Schauer über meinem Rücken. Mitten im Kaffeekränzchen klingelte es. Es schien ein Gast zu sein. Sie fragte mich, ob ich der Session beiwohnen möchte und ich willigte ein. Ich hatte bis dahin gar keine Erfahrung in dem Bereich. Sie bot mir an mich auszubilden in dem Bereich und das ich für sie arbeiten kann. Ich wuchs mehr und mehr mit den Sessions. Eigentlich wollte ich es nur ein paar Wochen machen - daraus sind Jahre geworden.


HAT DICH DIESE, FÜR DICH NEUE SEXUALITÄT, NICHT IRRITIERT?

Am Anfang stand die Neugierde. Ich lernte in den Vorgesprächen immer mehr die Gäste einzuschätzen. Das ist sehr spannend - man braucht psychologisches Feingefühl. Ich stelle spielerisch im Vorgespräch meine Fragen und bastel in meinem Kopf das passende Programm zusammen. Wichtig ist: Das der Gast mir vertraut und gesund und glücklich das Studio verlässt. Ich mache nichts, was mich anwidert oder ich nicht verantworten kann.


GIBT ES SESSIONS, DIE DICH NICHT LOSLASSEN?

Ich hatte mal einen Gast, der beruflich etwas mit der Kirche zutun hat - um es sachte zu umschreiben. Er wollte, dass ich ihn fessel, mir ein Schulmädchenkostüm anziehe und ihn mit dem Rohrstock hart schlage. Dabei sollte ich ihm immer wieder sagen, dass ich mich dafür räche von ihm missbraucht worden zu sein. Das ist mir lange nachgelaufen.


GAB ES GEFÄHRLICHE SITUATIONEN?

Nein, eigentlich nicht. Das "Dominabusiness" ist ein Tagesgeschäft. Es gibt seltenst Zuhälter oder Schutzgelderpressung in dem Bereich. Ich habe meine eigenen Regeln und das ist auch nicht böse gemeint. Man kann nicht einfach vorbei kommen - man muss vorher anrufen um einen Termin zu vereinbaren - erst dann bekommt man die Adresse. Ich achte auf mein Bauchgefühl. Ich nehme auch keine Leute an, die ein gebrochenes Deutsch sprechen. Nicht weil ich ein Rassist bin - ber: Sie verstehen evtl nicht, dass es bei mir keinen Sex gibt und durch meine Auswahl gehe ich Diskussionen aus dem Weg. Einmal gab es eine unangenehme Situation. Ein Mann kam zu mir. Konnte garnicht aufhören zu zittern. Er stand hinter mir und ich beobachtete im Spiegel, dass es aufhörte zu zittern und sich streckte. Da bekam ich Angst. Nach der Session erklärte er mir, dass er Soldat war- aus Holland. In Afghanistan gab es einen Vorfall. Er erlitt ein Knalltrauma und konnte nicht aufhören zu zittern, wenn er aufgeregt war.


ES GIBT KEINEN SEX BEI DIR?

Nein - Ich bleibe meiner Linie treu und habe die Zügel feste in der Hand. Es geschieht nur, was ich will und Sex gehört nicht dazu.


DU BIST NUN SCHON SEHR LANGE IN DEM BEREICH UNTERWEGS. HAT SICH IM LAUFE DER JAHRE IRGENDETWAS VERÄNDERT?

Ja, sehr vieles. Die Gäste - das Niveau der Frauen - ich lerne immer noch dazu. Die Gäste werden immer jünger. Es gibt keinen klassischen Altersdurchschnitt. Früher war es oftmals der studierte Mann mittleren Alters, der zum Beispiel in einer Chefposition sitzt. Heute kommt alles: Soldaten, Handwerker, Interlektuelle - ja, sogar Studenten und Azubis ( sie sparen für eine Session)....aber sie müssen natürlich 18+ sein. Ich denke das liegt daran, dass alles präsenter in den Medien ist. Das Internet ist voll von Informationen zum Thema BDSM und auch im TV Programm laufen oft Dokus über das Thema Fetisch.

Zum Thema Frauen - es ist erschreckend! Seit die ganzen Grenzen auf sind, ist der Markt voll von Osteuropäerinnen die keine Ahnung haben. Sie bieten die Sessions zu Dumpingpreisen an mit GV am Ende! Sowas macht mich wütend! Die Gäste haben ihre Ansprüche und werden oftmals entäuscht! Die Deutsche Domina ist vom Aussterben bedroht - lach


Wie wirkt sich der Beruf auf Beziehungen aus?

Ich habe es ein paar mal, der Liebe wegen, aufgegeben. Es ist schwierig einem Partner zu vertrauen, da ich ja im Grunde genommen am fremdgehen verdiene. Ich bekomme schonmal Gespräche mit, wenn es dann am Telefon heißt: Schatz, ich mache Überstunden. Das ist sehr schwierig. Ich finde es schlimm, wenn sie " Natursekt" genießen und danach nach Hause gehen und ihre Frau und Kinder auf den Mund küssen. Seit ich in dem Bereich unterwegs bin, ist küssen in einer Beziehung ist ein Problem für mich.


WAS IST DEIN LIEBLINGSSZENARIO?

Ich liebe Rollenspiele! Die böse Gefängnisdirektorin, die Spionin - weil es sehr anspruchsvoll und kreativ ist! Man muss es sehr realistisch rüberbringen um den Gast glücklich zu stimmen. Das ist ganz mein Ding. Dazu muss man schon ein helles Köpfchen auf den Schultern spazieren tragen.


WAS IST EIN NOGO FÜR DICH?

Da gibt es soviele Dinge. Mit Kindern und Tieren zum Beispiel!!! Sowas gehört hart bestraft! Das jemand bleibende Schäden hat! Ihr wisste garnicht, was da draussen in der Welt los ist! Es gibt tatsächlich im Ausland Tierbordelle, Menschenjagd in Osteuropa usw. Als ich den film Hostel schauen wollte, habe ich umgehenst abgeschaltet - das ist leider Realität in korrupten Ländern!


WIE SIEHT DEINE ZUKUNFT AUS - WAS FÜR PLÄNE HAST DU?

Ich biete Workshops für Frauen und Paare an. Dank 50 Shades of Grey sind viele Paare und Frauen neugierig geworden. Ich schreibe ein Buch, über meine Erlebnisse als Domina. Ich überlege mich als Sexualtherapeutin weiterzubilden - das ist kein geschützter Titel. Das Problem ist ja: Viele Paare trauen sich nicht, mit ihrem Partner über Fantasien zu reden. Sie haben eine Blockade: Was soll mein Partner wohl von mir denken. Sowas treibt viele Männer in die "Fänge" der Domina! Man sollte offen mit dem Partner über die Sexualität reden und sie ausleben.


Vielen Dank für das tolle Interview








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